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In Erinnerung an Helmut Wiesinger

vor 8 Stunden
1 Min. Lesezeit

Helmut Wiesinger ist tot. Und wir sind sehr traurig. Also: nicht nur traurig, wie man das eben immer ist, wenn jemand, den man kannte, stirbt, aber nächste Woche ist dann eben doch wieder alles wie immer. Sondern wirklich traurig.


Eigentlich müsste man schreiben: Der große Helmut Wiesinger ist tot. Nicht aus den Gründen, aus denen man sonst zu so abgegriffenen Formulierungen greift. Aber weil es sich richtig anfühlt.


Wenn Helmuts Stimme erklang, erklingt – ob auf der Bühne, den Kopfhörern, durch Lautsprecher (und Subwoofer; die konnte er zum Rumpeln bringen!) oder einfach nur auf der Handymailbox – dann war da immer irgendwie viel mehr als nur eine Stimme. Da war gleichzeitig immer auch eine ganze komplexe Persönlichkeit; Intelligenz, Witz (ob haarfein oder derb: er beherrschte beides) ein herzensguter Mensch und gleichzeitig, immer, ein rasiermesserscharfer Geist, dem man nichts vormachen konnte und der sich erst recht von keinem verarschen ließ. Helmut war ein Menschenkenner, ein ganz genauer Beobachter, dabei ein unbedingter Humanist, der die Menschen so sehr liebte wie er die Bigotterie und den primitiven Hass der zynischen Herumschreier unserer Zeit verachtete und mit den Mitteln der Kunst, an die er aufrichtig glaubte, bekämpfte. Bis zuletzt!


Helmut schenkte uns nicht nur einige wunderbare, komplexe, bitterböse, witzige und tieftraurige Momente in unseren Inszenierungen, die uns noch heute zum Lachen und Weinen bringen. Wir mochten ihn auch ganz einfach als Mensch. Sehr.


Eigentlich wollten wir uns jetzt, in den kommenden Wochen, endlich einmal wieder mit ihm treffen, quatschen, über neue gemeinsame Projekte nachdenken und, ganz wichtig, lachen. Jetzt ist er tot.


Wir vermissen ihn.


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Foto Helmut Wiesinger: © N. A. Petrovic


 
 
 

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